Ausgewählte Pflanzenarten im
Naturpark Sparbach

Hier stellen wir einige besondere botanische Schätze vor:

 

Blüte der Bienenragwurz
©Naturpark Sparbach
Brandknabenkraut
©Naturpark Sparbach

Orchideen in Wald und Wiese

Um beeindruckende Orchideen zu sehen muss man keine Fernreise unternehmen! Ein Spaziergang in einem lichten Wald oder auf einer Magerwiese, zum richtigen Zeitpunkt, lässt das Herz heimischer Orchideen Liebhaber höher schlagen. Bisher konnten wir im Naturpark Sparbach 18 Arten nachweisen, Hybride nicht mitgezählt. Im Naturpark Sparbach finden Sie Wald- und Wiesenorchideenarten, die Hauptblütezeit erstreckt sich von April bis Anfang Juli. Alle Orchideenarten stehen unter Naturschutz.

Diptam beim Köhlerhaus
©Naturpark Sparbach

Diptam

Der Diptam gehört zur Familie der Rautengewächse. Er wird auch als Aschwurz oder brennender Busch bezeichnet. Der Name „brennende Busch“ kommt vom Phänomen, welches an besonders heißen Tagen beobachtet werden kann. Die Pflanze enthält so viel ätherische Öle, dass es zur Selbstentzündung kommen kann. Der Diptam ist eine mehrjährige, krautige Pflanze und bildet im Frühsommer traubige Blütenstände aus. Die Blüten sind weiß mit dunkelrosa bis lila färbigen Adern. Der Duft des Diptams wird oft als eine Mischung aus Vanille- und Zitronenaroma beschrieben. Die Blütezeit ist im Mai und Juni, die Reifezeit der Früchte im Hochsommer. In dieser Zeit werden von den Drüsen der Fruchtstände so viele ätherische Öle abgesondert, dass man die Pflanzen schon von weitem riechen kann. Bei warmen Wind trocknen die Früchte, die Fruchtschalen platzen auf, rollen sich ein und schleudern anschließend den birnenförmigen Samen heraus. Die Pflanze steht unter Naturschutz und gilt als gefährdet. Im Naturpark Sparbach ist der Diptam unterhalb des Köhlerhauses zu finden. Er ist giftig.

Schwarzer Germer Blütenstand
©Naturpark Sparbach

Schwarzer Germer

An den Hängen des Heubergs beginnt im Juli die Blüte des recht imposanten Schwarzen Germers. Damit hat diese Pflanze im Naturpark Sparbach ihren westlichsten Verbreitungsbereich in Österreich. Die ausdauernde und krautige Pflanze kann bis zu 130 cm hoch werden. Der rispige Blütenstand enthält viele kleine braun-violette Einzelblüten, die Samen werden im Herbst durch den Wind vertragen. Wesentlich häufiger und auch bekannter ist der Weiße Germer, der vor allem auf Wiesen im Alpenvorland anzutreffen ist. Der Schwarze Germer ist, wie auch der weiße Germer, giftig.

„Die Dosis macht das Gift“ sprach schon Paracelsus

©Naturpark Sparbach

Kuhschelle oder Küchenschelle

Die Kuhschelle gehört zu den schönsten Frühlingsblühern: Oft schon im Februar und März öffnen sich ihre blauen, glockenförmigen Blüten und wenden sich der Sonne zu. Die dichte, seidige Behaarung schützt die Pflanze dabei gut vor dem Austrocknen. Später bilden sich federig behaarte Früchte, die der Wind in der Landschaft verbreitet. Im Naturpark Sparbach kommt sie ausschließlich in der Nähe des Köhlerhauses vor, für diese Pflanze ist es von Osten kommend Richtung Wienerwald, die Verbreitungsgrenze. Die Küchenschelle steht unter Naturschutz!

©Naturpark Sparbach

Blasenkirsche oder Lampionblume

Die Blasenkirsche, auch Judenkirsche oder Lampionblume genannt, gehört zur Gattung der  Pflanzenfamilie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Sie ist in ganz Mitteleuropa verbreitet und bevorzugt kalkhaltige Böden. Die ursprünglich aus Südamerika stammende Blasenkirsche ist eine einjährige (oder selten ausdauernde) krautige Pflanze, die aufrecht, niederliegend buschig oder in Ausnahmefällen schwach kriechend wächst. Je nach Art werden die Pflanzen zwischen 0,2 und 0,6 m hoch. Die Blütezeit beginnt in der zweiten Maihälfte und dauert bis in den Herbst an, die Fruchtreife beginnt ab Juli. Ab etwa August kann man auf einer Pflanze alle Stadien – von der Blüte bis zur reifen Frucht – erkennen.

Tollkirsche Blüte und Frucht
©Naturpark Sparbach

Tollkirsche

Aus dem ausdauernden Wurzelstock treiben 50 – 150 cm hohe Stängel, die etwa ab der Mitte in 3 Äste verzweigen. Die gestielten, eiförmigen, ganzrandigen Blätter stehen im oberen Stängelbereich paarweise, wobei ein Blatt wesentlich größer als das andere ist. Einzelne in den Blattachsen entspringende, blauviolette, glockige Blüten (Blütezeit Juni – September), schwarze, kirschgroße, glänzende Früchte. sie kommt auf Schlagflächen, Waldränder, Laubwälder vor und bevorzugt kalkhaltigen Untergrund.

Die Heilpflanze:  Inhaltsstoffe: Alkaloide, Atropin, Scopolamin; Homöopathie: „Belladonna“ aus der frischen Pflanze samt Wurzelstock ist ein Mittel, das insbesondere bei fieberhaften Zuständen und Entzündungen angewendet wird; Volksmedizin: Wegen der starken Giftigkeit der Pflanze nicht mehr angewandt.

Wirkung der Tollkirsche: Die für Menschen giftigen Beeren werden von Vögeln gefahrlos gefressen, mit ihrem Kot sorgen sie für die Verbreitung der Pflanze. Auch andere Tiere scheinen gegen dieses Gift immun zu sein: es wird von Pferden, Ziegen, Schafen und auch Wildtieren berichtet, die beim Fressen der Pflanze beobachtet wurden.

©Naturpark Sparbach

Bärlauch

Der unverkennbare Duft durchströmt im Frühjahr für wenige Wochen den Naturpark Sparbach. Ein grüner Teppich erwartet die BesucherInnen des Naturparks nach dem langen, kahlen Winter zu Saisonbeginn Anfang April. Der knofelige Duft und der feine Geschmack bieten ein Erlebnis für alle Sinne und lassen die Herzen von Gourmets und Köchen höher schlagen. Bärlauch sorgt für Frühlingsgefühle im Bauch. 

So imposant sein massenhaftes Auftreten im Frühling auch sein mag, im Frühsommer fehlt von ihm bereits jede Spur. Wie einige andere Frühjahrsblüher verfolgt der Bärlauch nämlich eine spezielle Taktik: Schnell sein! Denn nur im zeitigen Frühjahr, noch bevor die Laubbäume ihre Blätter entfalten, dringt die Sonne bis zum Waldboden vor. Im Frühsommer hat der Bärlauch seinen oberirdischen Zyklus abgeschlossen und den üppigen grünen Teppich des Frühjahrs wieder eingerollt. Die Samen sind ausgebildet, die Blätter vergilbt und die Nährstoffe wieder in die unterirdische Zwiebel eingelagert. Man nennt solche Pflanzen auch Geophyten, wörtlich übersetzt „Erdpflanzen“, da sie die für sie ungünstige Jahreszeit in der Erde überdauern.

ACHTUNG!!! Verwechslung: Tödlich! Vorsicht ist jedoch beim Sammeln geboten, denn das beliebte Wildgemüse hat giftige Doppelgänger: Die Blätter des Maiglöckchens – sie treiben jedoch etwas später aus – und die Blätter der Herbstzeitlosen. Am sichersten können Sie den Bärlauch an seinem charakteristischen Geruch erkennen, der an Knoblauch erinnert. Nach einigen Anwendungen dieses Tests haben die Finger jedoch das Bärlaucharoma angenommen und das Bestimmungsmerkmal wird schnell unbrauchbar.