Der Naturpark Sparbach verfügt über eine Vielzahl an verschiedenen Lebensräume, einige davon möchten wir hier vorstellen.
Lebensraum Wald - Wälder im Naturpark Sparbach
Über 200 Jahre alte mächtige Rotbuchen und Eichen lassen eine besondere Atmosphäre im Naturpark Sparbach entstehen. Nachhaltige Waldbewirtschaftung – seit Generationen – hat dieses besondere Ambiente „Erholung unter Baumriesen“ entstehen lassen. Durch einen naturnahen und integrativen Waldbau betreiben wir aktiven Klimaschutz, und passen den Wald bestmöglich an die zukünftigen Klimabedingungen an. Naturschutz muss nicht kompliziert und teuer sein, durch kleine, jedoch zahlreiche Naturschutzmaßnahmen auf unseren Flächen, wollen wir die Vielfalt und Stabilität unserer Ökosysteme beibehalten, oder sogar erweitern. Um einer klimafitten und nachhaltigen Waldbewirtschaftung nachkommen zu können, ist auf der einen Seite die Auswahl der günstigsten Baumart für den jeweiligen Bodentyp unumgänglich, auf der anderen Seite gehören auch die zeitlichen Abläufe der Holzernte, der Holzabfuhr und der Holzvermarktung gut durchdacht. Der Großteil des gewonnenen Holzes wird in der Region verkauft, dadurch ergeben sich kurze Transportwege und lokale Unternehmen erhalten somit einen nachhaltig erzeugten Rohstoff. So schonen wir unsere wertvollsten Ressourcen – den Boden, das Wasser und die Luft.
Wiesen im Naturpark Sparbach
Die Wiesen des Naturparks stellen aus naturschutzfachlicher Sicht besondere Bereiche dar, die meisten sind vom Vegetationstyp ein Halbtrockenrasen. Es sind arten- und blütenreiche Graslandbiotope. In ihrer Artenzusammensetzung sind sie verwandt mit den Steppen Osteuropas und Asiens – der eurasischen Steppe, sind aber in Mitteleuropa unter Förderung des Menschen auf Standorten entstanden, die vorher Wald getragen haben – sogenannte Halbkulturformationen.
Eine ganz besondere Wiese ist die DIANAWIESE. In der ersten Maihälfte beginnen auf der Dianawiese, die unterschiedlichen Orchideen zu blühen, jedes Jahr zeigen die verschiedenen Orchideen-Arten unterschiedliche Häufung im Auftreten und in den Variationen innerhalb der Familie. Die bis jetzt am häufigsten gesichteten Arten sind das Brandknabenkraut (beide Spezies), das Dreizahnknabenkraut, die Händelwurz, die Hummelragwurz, die Bienenragwurz und das Wanzenknabenkraut, sowie Hybride der Orchideenarten. Nebenbei kann man Kartäusernelken, Sommerwurz und Feldmannstreu, später im Jahr Tausendgüldenkraut und die dornige Hauhechel entdecken. Allen Pflanzenarten gemeinsam ist, dass sie sich an diesen besonderen Standort angepasst haben. Besondere Pflanzen bedeuten auch, dass sich einige spezielle Tierarten hier sehr wohl fühlen. Unter anderem sei die Gottesanbeterin, die Wespenspinne, Bläulinge, Segelfalter und Schwalbenschwanz genannt. Durch die besondere Pflege, einmalige, späte Mahd und keine Düngung gewährleistet der Naturpark Sparbach den Fortbestand dieser artenreichen und besonderen Naturjuwele.
Wasser: Lenauteich und Sparbach
Der Lenauteich wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts im Zuge der Gestaltung des Areals als Landschaftspark angelegt. In den Jahren 2010 - 2012 erfolgte eine großzügige Renaturierung, in den 200 Jahren hatte der Sparbach durch kontinuierlichen Geschiebe Eintrag zur großräumigen Verlandung beigetragen. Durch den neu geschaffenen Retentionsbereich gelingt es, den Teich weitgehend frei von Geschiebe zu halten, dieser Retentionsbereich wird nun in regelmäßigen Abständen ausgebaggert.
Im Lenauteich leben Karpfen und Rotfedern, am Grund haben sich Teichmuscheln angesiedelt. Der Lenauteich dient auch als Laichgewässer für Gras- und Springfrösche, Kröten, Molche und die Gelbbauchunken. Am Wasser trifft man regelmäßig auf Stockenten, die auch auf der kleinen Insel die errichteten Holzhäuschen zum Brüten nutzen. Weitere Gäste am Wasser sind der Graureiher, selten Störche und Mandarinenten sowie Ringelnattern.
Im Sparbach konnten wir den extrem seltenen Steinkrebs nachweisen.
Kleinbiotope
Kleinere Tümpel, Traktorspuren, große Regenpfützen, Wildschweinsuhlen oder Entwässerungsgräben neben den Forststraßen sind im Frühjahr und Sommer immer eine genauere Begutachtung wert! Sie sind der Lebensraum und das bevorzugte Laichgewässer der schon seltenen Gelbbauchunke und anderer Amphibien. Diese Biotope sind frei von Konkurrenz und erwärmen sich schnell. Damit ermöglichen sie eine rasche Entwicklung des Laichs und der Larven. Im Naturpark Sparbach sind einige zu finden, ein als Unkenbiotop gekennzeichnetes Biotop befindet sich am Weg von der Ruine Johannstein in Richtung Schacherplatz.
Neben diesen kleinen Feuchtbiotopen haben wir in den vergangenen Jahren begonnen, gemeinsam mit unseren Besucher:innen Totholzhecken und Lesesteinhaufen anzulegen. Am oberen RAnd der Hubertuswiese sind diese beiden Kleinbiotope zu finden, am Lesesteinhaufen fühlen sich mittlerweile die Mauereidechsen sehr wohl.